Teil 07: Neue Freunde, neue Feinde

      Teil 07: Neue Freunde, neue Feinde

      Nach der langen und zermürbenden Zeit meiner Krankheit wollte ich nun
      voll durchstarten. Jeden Tag lud ich in mühevoller Kleinarbeit meine große
      Fiddelkraft... äääh, ich meine natürlich meinen Fleißbonus auf und
      besuchte daraufhin meine alten Freunde, die Zombies in Theo’s Gruft. Auf
      diese Weise hatte ich mich in kürzester Zeit bis zu den Giganten und
      Arkanen Riesen in Dratan vorgearbeitet. An einem bis dahin eher
      bedeutungslosen Tag, stolperte ich über ein Wesen, das bald ein weiterer
      treuer Gefährte von mir werden sollte: Lumpi! Lumpi war ein jugendlicher
      Eisbär, der einen neuen Herrn suchte. Nach einer kurzen Denkpause und
      einem sehr skeptischen Blick von Fred beschloss ich, Lumpi seinem
      derzeitigen Besitzer abzukaufen. Gesagt, getan und schon waren wir
      fortan zu viert unterwegs. Lumpi wütete wie eine Furie unter den
      Giganten, so dass Fred, Wilma und mir oft nichts anderes zu tun blieb, als
      zu staunen und die heruntergepurzelten Goldstücke einzusammeln.
      Besonders Fred gefiel das gar nicht. Problematisch wurde es jedoch, als
      wir uns langsam zu den Mystik vorgearbeitet hatten. Sobald mich mehr als
      ein Gegner angriff, spürte ich deutlich den Verlust meiner zusätzlichen
      Verteidigung, die mir früher mein Drake gewährte. Lumpi war noch nicht
      stark genug, es mit mehreren Mystik zugleich aufzunehmen und so kam es
      einst, wie es kommen musste. Vier Mystik und ein Mysthos begannen, an
      mir herumzunuckeln und ehe ich mich versah, erwachte ich schon wieder
      in der Stadt. Zufällig direkt neben meinem großen Bruder Cunidoca, dem
      großmäuligen Spezialisten. Nachdem er mich ausreichend ausgelacht
      hatte, rief er plötzlich „ich hab ‘ne Idee!“, schnappte sich Lumpi und
      rannte davon. Ich sah Lumpi 3 Tage nicht wieder und machte mir große
      Sorgen, was mein Bruder wohl mit ihm anstellen würde. In dieser Zeit ließ
      ich die Mystik langsam hinter mir und begab mich zu den Arkanen Golems.
      Zu Beginn des vierten Tages stand Cuni dann plötzlich breit grinsend vor
      mir und bedeutete mir mit einem Kopfnicken, mir das große, metallische
      Ding hinter ihm anzusehen. Was der wohl wieder für einen Müll
      zusammengesucht hat, dachte ich bei mir. Als ich jedoch sah, worum es
      sich bei dieser Ansammlung von Metall handelte, stockte mir der Atem.
      „L...l...umpi?!“, keuchte ich. Wie zur Bestätigung stellte Lumpi sich auf
      seine Hinterbeine und demonstrierte mir seine volle Größe. Mein Bruder
      hatte meinen kleinen süßen Bären in eine Blechdose gezwängt! Nachdem
      Cuni mir jedoch mitteilte, dass dies das ganz normale Aussehen eines Evo
      3 Bären sei, beruhigte ich mich so langsam und sah ihn mir näher an.
      Dieses Hörnchen auf seiner Stirn fand ich schon sehr niedlich. Ich hätte
      ihm das allerdings besser nicht sagen sollen. Ähnlich wie Fred scheint der
      sonst so coole Lumpi ein sehr hitziges Gemüt zu haben, wenn er sich
      beleidigt fühlt. Jedenfalls weiß ich nun auch, dass dieses Horn nicht nur
      niedlich, sondern auch sehr spitz und ziemlich schmerzhaft ist. Toll, noch
      ein jähzorniger Begleiter! Genau das, was ich gebraucht habe....!
      Im Kampf erwies sich Lumpi nun allerdings immer mehr als Bereicherung.
      So fielen die meisten Gegner bereits zu Boden, ehe ich mich ihnen nur
      genähert hatte. Eine befreundete Waldläuferin nannte mich bereits mehr
      oder weniger liebevoll „Bärchenschmuck“... Ganz besonders wertvoll
      wurde Lumpi allerdings, als ich meine Reise in Egeha fortsetzte. Meine
      Geister waren nun auch bereits richtig gut bei der Sache, da ich sie gerade
      erst verbessert habe. Gremlins fielen ohne mein Zutun, ich glaube sogar,
      der eine oder andere hat sich bloß tot gestellt als er mich und meinen Zoo
      erblickte. Ich kam nun so richtig schnell voran und da Lumpi ziemlich gut
      zulangen konnte, wurde ich von sämtlichen Monstern in Frieden gelassen.
      Auf diese Weise gelang es mir schon sehr bald, mich bis zu Motha und
      Zwergogern vorzuwagen. Hier hatte ich jedoch so meine Probleme. Meine
      Rüstung, komplett +6 und ein Teil +9, schien mir bei diesen Gegnern
      einfach nichts mehr zu bringen. Immer wieder musste ich mich hinter
      Lumpi verstecken, um nicht als Mothaspeise zu enden. Da verriet mir
      jemand, dass ich die 77er Rüstung meines Bruder bereits mit 72 tragen
      könnte, wenn ich sie „covere“. Wie üblich verstand ich im ersten Moment
      rein gar nichts. Doch mit etwas Hilfe hatte ich schon bald einen Cowboyhut
      auf dem Kopf und eine sexy Cowboyhose am Hintern. Diese Rüstung war,
      wie konnte es auch anders sein, komplett +6 und sie war so leicht, dass
      mir fast jedes Teil davon eine hohe Ausweichrate bot. Entweder die
      Monster waren durch meine nun sehr maskuline Erscheinung dermaßen
      beeindruckt, oder diese neue Rüstung hatte es wirklich in sich. Auf jeden
      Fall war es nun kein Problem mehr, mich mit Motha und Zwergogern
      anzulegen. Selbst die Riesenoger gingen problemlos zu Boden. Außerdem
      hatte ich ja auf Level 70 einen sehr interessanten Skill erlernt: die
      Manabarriere. Wenn ich diese auf mich anwendete, nahmen meine Geister
      nur noch die Hälfte des eigentlichen Schadens. Bezahlen musste ich diesen
      Schutz allerdings mit 3% meiner Mana bei jedem Treffer. Nichtsdestotrotz
      eine wunderbare Fähigkeit, wenn man es nicht gerade mit Monstern zu tun
      hat, die dauerhafte Flächenangriffe einsetzen... so wie zum Beispiel die
      Bokerschlächter, welche ich mit meiner neuen Rüstung natürlich sofort
      besuchte. Innerhalb kürzester Zeit war mein Manavorrat erschöpft und
      Eddie und Hertha sahen dennoch relativ lädiert aus. In Egeha hörte ich
      übrigens nun wieder sehr oft diese Stimme. Die arme Hertha war ganz
      deprimiert, dass sie anstatt einen Gegner zu treffen stets nur eine Stimme
      in meinen Kopf zauberte. Ich versuchte, sie so gut es ging sie
      aufzumuntern. Die Tatsache, dass mein Lumpi es allerdings beinahe jedes
      Mal schaffte, meine Gegner zu betäuben, deprimierte sie nur noch mehr.
      So langsam machte ich mir wirklich Sorgen um die kleine. An einem
      weiteren trüben Tag in Egeha wurde ich allerdings sehr plötzlich aus
      meiner Sorge um Hertha gerissen. Neben mir stand urplötzlich eine Frau...
      eine Magierin... mit uuuunglaublich großen... Augen....


      Wer einmal zum Shugo geht...
      :thumbsup: