Teil 05: Von epischen Schlachten und geheimnisvollen Kräften

      Teil 05: Von epischen Schlachten und geheimnisvollen Kräften

      Hallöchen meine lieben Freunde, ich bin’s wieder, euer Fiddel!
      In dem ersten Teil meiner Geschichte habe ich euch ja ein wenig über die
      grundlegenden Elementaristenthemen aufgeklärt. Allerdings war meine Reise
      nach den zahlreichen Abenteuern im Kerker ja noch lange nicht vorbei. Im
      Gegenteil: sie fing gerade erst an!
      Ihr erinnert euch vielleicht an meine Vorliebe, mich mit Monstern meiner Stufe
      anzulegen. Als ich diesem Hobby nun einmal für eine relativ lange Zeit frönte,
      fiel mir eine Veränderung meiner Kraft auf. Normale Wesen werden ja mit der
      Zeit immer erschöpfter, wenn sie etwas Anstrengendes dauerhaft tun. Bei mir
      hingegen schien es, als würde ich mit jedem bezwungenen Monster eher ein
      kleines bisschen stärker werden. Spätestens da war es mir also klar: ich bin ein
      Held! Ich erforschte diesen mir schleierhaften Kräftezuwachs und konnte ihn
      relativ präzise in fünf Formen einteilen. Mit jeder Stufe dieser Fiddelkraft, wie ich
      sie nannte, schien der Schaden, den ich austeilte, anzusteigen. Ja, es schien
      sogar als würde ich durch das Nutzen meiner größten Fiddelkraft auch mehr
      Erfahrung gewinnen. Bestärkt durch das Wissen über diese mystische Macht,
      welche tief in mir schlummerte, reiste ich einst ins ferne Land Dratan. Ich hatte
      von einer unheimlichen Gruft gehört, welche ich mir unbedingt ansehen wollte.
      Diese trug den Namen „Theos Gruft“, wurde jedoch von allen kurz „Pyra“
      genannt. Wer auch immer nun dieser Theo sein mag, er hatte sehr sonderbare
      Freunde und hätte ich nicht zuvor meine große Fiddelkraft aufgeladen... es wäre
      meine letzte Sightseeing-Tour gewesen! Gleich der erste junge Herr, den ich
      nach dem Weg zu Herrn Theos Gemächern fragen wollte, entpuppte sich als
      waschechter Zombie! Als ich meinen ersten Schrecken überwunden hatte gelang
      es mir mithilfe meiner großen Fiddelkraft und der Unterstützung von Hertha und
      Eddie, diesem Scheusal Manieren beizubringen. Noch ehe der Zombie leblos
      (haha, als ob er zuvor wesentlich LEBENDIGER gewesen wäre...!!) auf dem
      steinernen Boden der Gruft zusammensank, schnappte ich mir Hertha und Eddie
      und rannte schnellstmöglich hinaus... schließlich hatten sie sicher große Angst
      und ich wäre kein Held, wenn ich sie nicht tapfer hinausgeleitet hätte...!!
      Meine weitere Kerkerzeit schien danach wie im Fluge zu vergehen. Ich
      verbrachte Tage und Nächte in diesem düsteren Verlies, das von zahlreichen
      diabolischen Wesen wie Schattenbestien und Untieren heimgesucht worden war.
      An einem dieser recht unspektakulären Tage jedoch lernte ich dort ein junges,
      weibliches Wesen kennen. Sie stellte sich mir unter anderem als ein Mitglied des
      seltenen Klerikerinnenbundes vor. Bei ihrem Aussehen war ich mir jedoch
      absolut sicher, dass dieses zierliche, hübsche Wesen meine Schwester sein
      muss! Meine Schwester war eine große Bereicherung für meine kleine Gruppe.
      Sie hatte die Fähigkeit, mich und meine Geister zu bezaubern und uns vor
      magischen Angriffen zu schützen. Außerdem konnte sie uns heilen. Die
      perfekten Voraussetzungen also, um sich meinem neuesten Widersacher
      entgegenzustellen: dem Todesritter! Ich bekam den Auftrag ihn zu töten an
      einem dieser zahllosen Tage, die ich im Kerker zubrachte. Bestimmt hatte der
      Typ, der mir den Auftrag gab bereits aus der Ferne gesehen, dass ich der große
      Held mit der geheimen Fiddelkraft war. So besprach ich also mit meiner
      Schwester unser Vorgehen in dieser Schlacht. Es sollte eine Schlacht epischen
      Ausmaßes sein. Mein Name würde fortan bekannt werden als „Fiddelschnarf –
      Bezwinger des grausamen Todesritters“ oder „Fiddelschnarf – Held von Merak“!
      Es würden Lieder und Geschichten über mich verfasst werden, Lobgesänge,
      Gedichte, wunderschöne barocke Gemälde meines heldenhaften anmutigen...
      meine Schwester riss mich jäh aus meinen Gedanken und klärte mich darüber
      auf, dass sie in meinen glasigen Augen und den vor Verzückung gespitzten
      Lippen noch keinen wahren Schlachtplan erahnen konnte. Anders als meine
      Geister konnte sie also meine Gedanken nicht lesen. Gut zu wissen...
      Der erste Teil meines heldenhaften Planes bestand darin, mithilfe von Fred und
      Wilma meine große Fiddelkraft aufzuladen. Einige Stunden und viele tote Untiere
      später war es dann soweit. Meine Schwester und ich standen Seite an Seite im
      untersten Verlies des Kerkers. Auge in Auge mit dem Todesritter. In diesem
      Kampf sollten mir Hertha und Eddie beistehen. Ich zählte auf Herthas
      Wassergefängnis. Die Spannung lag spürbar in der Luft. Hertha zitterte vor
      Aufregung und verlor fast ihren Bogen. Meine Schwester hatte meine Geister
      und mich bis auf die Unterhose bezaubert und ihren schützenden Magieschild
      auf uns angewandt. Es konnte losgehen. Ich gab Hertha und Eddie ein Zeichen
      und lief mit einem gellenden Kampfschrei und gezücktem Zepter mitten auf den
      Todesritter zu... genau so sollte es später auf den Gemälden zu sehen sein! Als
      ich nur noch wenige Schritte von ihm entfernt war, entfesselte ich meine ganze
      gesammelte Fiddelkraft... ich holte mit meinem Zepter aus und traf den
      Todesritter genau an der Nase... Volltreffer! Das hat gesessen! Stirb, du
      Monstrum!!... Ich holte zum zweiten Schlag aus und... erwachte am Eingang des
      Kerkers! Wenige Sekunden später erschien neben mir meine Schwester,
      zusammengekrümmt auf dem Boden liegend. Ganz meinem heldenhaften
      Charakter entsprechend beschloss ich, dem Todesritter noch eine Chance auf
      Bewährung zu geben. Sollte er sein Verhalten nicht ändern, würde ich eben
      wiederkommen und dann käme er nicht mehr so leicht davon, jawollja!!
      Was mich an diesem Tag allerdings tief betrübte war meine Schwester. Sie
      klärte mich darüber auf, dass meine geheime Fiddelkraft weder geheim war,
      noch eine Fiddelkraft. Denn auch sie war in der Lage, diese Energien
      freizusetzen. Ich könnte schwören, dass ich zum ersten Mal ein Grinsen in Freds
      Gesicht gesehen habe, als er dies hörte...

      ...................................................................................................................................
      Im nächsten Teil erzähle ich euch dann ein wenig über die Zeit, in der ich unter
      einer seltsamen Krankheit litt (Elementaristen DC), unsere Abenteuer in Egeha
      (Der Akantempel und die immer wiederkehrende Stimme in meinem Kopf) und
      meine bisher größte Herausforderung: die Liebe (Haste mal „Hast“?!)! Außerdem
      hat meine Gruppe weiteren tierischen Zuwachs bekommen (Lumpi der Bär), seid
      also gespannt!

      Liebste Grüße
      Euer Fiddelchen
      <3


      Wer einmal zum Shugo geht...
      :thumbsup: