Teil 03: Das Tribunal der Elementaristen

      Teil 03: Das Tribunal der Elementaristen

      Wochen und Monate vergingen. Bis dahin lernte ich allerhand neue
      Fertigkeiten. Vor einem Buff namens „Geisterblut“ hatten mich die anderen
      Elementaristen bereits gewarnt. Es sei ein besonders mystischer Skill und
      so geheimnisvoll, dass niemand weiß, wozu er überhaupt gut sein soll.
      Aber ich wäre nicht Fiddelschnarf, wenn ich ihn nicht trotzdem gelernt und
      ausprobiert hätte! Was soll ich sagen, ich habe auch keine Ahnung, was
      dieser Skill bewirkt. Liebe Elementaristen von morgen: diesen Skill nicht
      zu lernen ist kein Verlust. Auch die Heilung meiner Geister habe ich
      vernachlässigt. So grausam es auch klingen mag, aber es erscheint mir
      sinnvoller, die Geister nach ihrem Dahinscheiden schnell neu zu
      beschwören, als sie mit meiner eigenen Lebenskraft zu füttern. Fred war
      zwar wie so oft zu Beginn nicht sehr begeistert davon, doch letzten Endes
      musste auch er sich fügen (sicherheitshalber trug ich die erste Zeit
      trotzdem immer einen Krug mit Wasser bei mir, falls Fred mal auf dumme
      Gedanken kommt…).
      Ich war wie besessen davon, groß und stark zu werden. Von den anderen
      Elementaristen hatte ich gehört, dass ich sobald ich ihrer würdig war, in
      das „Tribunal der Elementaristen“ aufgenommen werden könnte. In
      diesem Orden waren alle bekannten Elementaristen aufgeführt, die bereits
      genug Erfahrungen gesammelt hatten. Im Laufe meiner Elementaristenzeit
      habe ich herausgefunden, dass es für mich am effektivsten ist, mich mit
      Gegnern meiner Stufe anzulegen. Ich kam zwar nicht ganz so schnell
      voran wie andere, die gleich zu den großen Monstern gingen, aber ich
      durfte bereits nach kurzer Zeit ein kleines überschaubares Vermögen an
      Wertgegenständen wie Himmelssteinen und guten Rüstungen mein Eigen
      nennen. Rüstung, ein gutes Thema. Bis zu meinem Aufbruch in das Ferne
      Egeha habe ich mich stets mit einer +6er Rüstung zufrieden gegeben. Als
      ich mich so langsam an die Motha und Zwergoger heranwagte durfte es
      auch schon ein +9er Teil sein. Generell gilt natürlich: je mehr desto
      besser! Und einen Draken oder ein Pferdchen solltet ihr immer dabei
      haben.
      Meine neue Lieblingsfähigkeit lernte ich in meiner Kerkerzeit in Merak, den
      Kettenblitz. Er schädigt bis zu 6 Gegner um mich herum. Fantastisch. Was
      das Ganze allerdings noch toller macht ist, dass dieser Riss im Raum-Zeit-
      Kontinuum scheinbar nur meine Geister betrifft, nicht aber meine eigenen
      Skills. Naja, wenigstens einer von uns kann also immer kämpfen! Mit der
      Zeit haben aber auch mein geliebter Windgeist Wilma und Hertha, meine
      blaue Amazone jeweils einen Skill gelernt. Wilmas „Schwert des Windes“
      sieht nicht nur beeindruckend aus, es scheint auch nicht diese sonderbare
      Stimme in meinem Kopf hervorzurufen (endlich mal!!). Bei Hertha sieht
      das ganze leider anders aus. Ihr Skill „Wassergefängnis“ ist, wenn er trifft,
      eine Wucht! …Wenn er trifft. Leider scheint es bei Hertha noch weitaus
      stärkere Störungen des Raum-Zeit-Kontinuums zu geben. Ich habe diese
      Stimme die mir mitteilt, das Ziel sei außer Reichweite nun so oft gehört,
      dass ich nachts bereits davon träume! Dabei gibt die arme Hertha sich
      wirklich Mühe. Ich habe ihr geraten, erst ihr Wassergefängnis zu nutzen,
      wenn sie so dicht am Gegner steht, dass sie ihn auch mit normalen
      Schüssen ihres Bogens treffen könnte. Eine Zeit lang schien dies auch zu
      funktionieren… dachte ich zumindest… jedoch musste ich auf dem
      unebenen Sandboden der schier unendlichen Wüste Dratans einsehen,
      dass diese Stimme stärker war als Herthas und meine Konzentration. Wo
      blieb nur unser Messias? Wo bleibt „Fixing“?
      Ich entwickelte immer neue Taktiken, dieser Stimme zu entgehen. Die
      meiste Zeit verbrachte ich nun mit Fred, der seine Opferung nach der
      ersten großen Pleite nie wieder einsetzen wollte und Wilma, die mir mit
      ihrem Schwert des Windes mehr als nur einmal den Hintern gerettet hatte.


      Wer einmal zum Shugo geht...
      :thumbsup: