Teil 02: Von unheimlichen Stimmen und verstimmten Geistern

      Teil 02: Von unheimlichen Stimmen und verstimmten Geistern

      Nachdem ich diese seltsame Stimme nun immer wieder gehört hatte
      beschloss ich, dass nun Fred an der Reihe sei. Sicher war er schon wieder
      ganz eifersüchtig, weil ich mich so lange nicht mit ihm beschäftigt hatte.
      Also verabschiedete ich mich von Eddie und Hertha, schwang mein Zepter
      und schwupps stand mir ein etwas miesepetrig dreinblickender Fred
      gegenüber und knurrte beleidigt. Wilma flog wie so oft in majestätischer
      Anmut über meinem Kopf. Sofort bestückte ich auch Fred mit seinem Skill.
      „Opferung“ hieß er und lies schon mal nichts Gutes erhoffen: „Der
      Feuergeist opfert sich um einem Gegner Schaden zuzufügen“, murmelte
      ich vor mich hin. Das würde Fred sicher gar nicht gefallen. Ich seufzte tief
      und machte mich wieder auf den Weg zu den Lindwürmern, meinen
      Lieblingstestsubjekten. Dort angekommen entdeckte ich Dibloras.
      Heureka! Dieses Mistvieh, das mich einst als ich noch ein kleiner
      Beschwörer war übelst vermöbelt hat! Ich sah den Tag meiner Rache
      gekommen und hetzte ihm sofort meine Geister auf den Hals (unter einem
      automatischen Angriff hatte ich allerdings mehr vorgestellt… also… mehr
      Reichweite! Ich fürchtete zwischenzeitlich schon, meine Geister seien
      erblindet!). Pfeilschnell stieß Wilma auf meinen alten Widersacher hinab.
      Scheinbar versuchte sie nun auch ihm das Augenlicht zu nehmen,
      nachdem sie selbst ihn scheinbar erst wahrnahm, als ihre Flügel bereits
      sein Haupt berührten. Nun legte auch Fred los... Opferung... er fing an zu
      glühen wie ein frisch entzündetes Streichholz… er setzte zum Sprung an
      und raste Dibloras als kleines, flammendes Inferno entgegen…. dieser
      ächzte und… schien kaum einen Kratzer abbekommen zu haben! Fred
      musste kurz verschnaufen ehe ich ihn wieder beschwören konnte und so
      wandte sich Dibloras meiner geliebten Wilma zu. Seine glühenden Augen
      funkelten und da war Wilma auch schon am Ende ihrer Kräfte angelangt.
      Ich lief so schnell mich meine Beine trugen und schwang mich auf den
      Rücken meiner treuen Stute Trudegunde, die mit mir in Windeseile
      davonritt. Wir fassen also kurz zusammen. Nutze ich den Skill „Hand der
      Erde“ und stehe in einem seltsamen Loch des Raum-Zeit-Kontinuums von
      Iris, so erklingt eine seltsame Stimme in meinem Kopf die mir verrät, das
      Ziel sei nicht in Reichweite. Lasse ich meine Geister eigenständig
      angreifen, so tun sie dies erst, wenn sie bereits in dem Gegner stehen…
      Meine Geister waren tatsächlich kurzsichtig geworden!
      Traurig betrat ich Juno. In einer ruhigen Minute besuchte ich das Last
      Chaos Forum. Einen Ort, an dem sich eine Vielzahl verschiedener
      Menschen (Wesen?) unterschiedlicher Klassen und Berufe tummelten. Ich
      war auf der Suche nach einem Geisteroptiker. Schließlich war es ganz
      offensichtlich, dass meine Freunde allesamt Sehhilfen benötigen! Anstelle
      eines Optikers traf ich jedoch auf eine kleine Gruppe von Leuten, die
      allesamt eines mit mir gemeinsam hatten: sie trugen Zepter! Sie
      begrüßten mich erfreut und teilten mir mit, ich würde mich in „JJ’s
      Redeecke“ befinden. Einem Ort, an dem ich unter Meinesgleichen war und
      alle Fragen stellen konnte, die mir auf der Seele brannten. Einige Stunden
      später rauchte mir der Kopf. So viele Informationen hatte ich bekommen.
      Mir war nun auch klar, dass meine Geister keinesfalls eine Brille brauchen.
      Meine neuen Elementaristenfreunde nannten das fehlende Etwas zu
      meinem Glück ein „Fixing“. Dieses Wort tauchte im Laufe unserer
      Gesprächsrunde immer wieder auf. So erfuhr ich auch, dass meine neuen
      Freunde ebenfalls diese Stimme in ihrem Kopf hörten, wenn sie mal wieder
      einen Skill verwenden wollten während sie in einem Riss im Raum-ZeitKontinuum
      standen. Auch hier hieß das Zauberwort „Fixing“. Dieses Fixing
      war jedoch etwas, worauf die kleine eingeschworene
      Elementaristengemeinde schon lange vergeblich wartete. Es wirkte
      beinahe so, wie das verzweifelte Warten auf die Rettung durch einen
      Messias… einen Messias namens Fixing.
      Ich machte mich wieder auf die Reise. Traurig, weil dieser Messias in
      ungeahnter Ferne auf uns wartete, doch zugleich auch mit einem neuen
      Mut beseelt. Es waren nicht meine Fehler gewesen. Nicht die meiner
      Geister. Und vor allem musste ich das wunderschöne Antlitz meiner
      geliebten Wilma nicht mit einer Brille ruinieren. Puuh, nochmal Glück
      gehabt!


      Wer einmal zum Shugo geht...
      :thumbsup: